Sonntag, März 01, 2026

BewAIslastumkehr

Regisseur Timur Nuruachitowitsch Bekmambetov verdanken wir cineastische Highlights wie Abraham Lincoln Vampirjäger (2012) oder Ben Hur (2016). In Mercy konfrontiert er uns mit einem Plot, der sehr an Minority Report (2002) erinnert: Ein kerniger Ermittler kommt ins Fadenkreuz der eigenen Ermittlungs- bzw. Rechtsfindungsmodalitäten.
 
In diesem Fall sieht sich Chris Raven (Chris Pratt) der KI-Richterin Maddox (Rebecca Ferguson, bekannt als Mutter von Paul Atreides) gegenüber und darf sich im Jahr 2029 fixiert im Anklagestuhl mit Vollzugriff auf die Cloud der gänzlich überwachten Stadt Los Angeles von der Mordanklage befreien. Dafür hat er eine klassische Spielfilmlänge Zeit. Dass schafft ein zwingendes Spannungsmoment, bei dem die KI weniger spooky ist als der Gedanke, dass wirklich alle Aktionen der Bürger zugegriffen werden kann. 
 
Heraus kommt ein kompetent inszenierter Film, dem die Brisanz und philosophische Tiefe von Minority Report durch das überschaubare Setting und den vorhersehbaren Plot leider im Laufe des Verfahrens abhanden kommt. Wir plädieren daher auf befriedigend mit Bewährung.