Sonntag, Juli 05, 2026

Roswell lässt schön grüßen

Steven Spielberg ist sicher der größte Freund außerirdischer Intelligenzen, abgesehen von War of the Worlds kommen diese bei ihm stets gut weg, allen voran bei Close Encounters of the Third Kind (1977) und E.T. (1982). Wohltuend, dass er sich dabei fern von den Mythen um Roswell und Area 51 hielt. Das blieb Independence Day oder Akte X vorbehalten. Doch nun hat Spielberg seinen I want to believe-Moment und den klassischen UFO-Mythos verfilmend aufgelöst. Statt zu wälzender Akten spielen dabei USB-Memory-Sticks eine entscheidende Rolle in einem Film, der im Grunde eine lange Verfolgungsjagd ist, samt privatwirtschaftlicher Geheimagentur, Alien-Hightech und Elternhausnachbau à la Contact.

Kompetent gefilmt und vor allem von Emily Blunt überzeugend gespielt zündet das Enthüllungsfeuerwerk nicht so recht und überzeugt auch nicht mit seinem bedeutungsschwanger abgehackten Ende, das eben kein kosmisches Staunen wie bei Kubricks 2001 erzeugt. Vielleicht lässt sich Spielbergs Botschaft immrhin als ein löblicher Appell an die Empathie herauslesen, aber warum diese nach 79 Jahren aus Roswell herangekarrt werden muss, erschließt sich ebensowenig wie die extraterrestrische Universalwerkzeuge mit Migränegarantie.

Sonntag, März 01, 2026

BewAIslastumkehr

Regisseur Timur Nuruachitowitsch Bekmambetov verdanken wir cineastische Highlights wie Abraham Lincoln Vampirjäger (2012) oder Ben Hur (2016). In Mercy konfrontiert er uns mit einem Plot, der sehr an Minority Report (2002) erinnert: Ein kerniger Ermittler kommt ins Fadenkreuz der eigenen Ermittlungs- bzw. Rechtsfindungsmodalitäten.
 
In diesem Fall sieht sich Chris Raven (Chris Pratt) der KI-Richterin Maddox (Rebecca Ferguson, bekannt als Mutter von Paul Atreides) gegenüber und darf sich im Jahr 2029 fixiert im Anklagestuhl mit Vollzugriff auf die Cloud der gänzlich überwachten Stadt Los Angeles von der Mordanklage befreien. Dafür hat er eine klassische Spielfilmlänge Zeit. Dass schafft ein zwingendes Spannungsmoment, bei dem die KI weniger spooky ist als der Gedanke, dass wirklich alle Aktionen der Bürger zugegriffen werden kann. 
 
Heraus kommt ein kompetent inszenierter Film, dem die Brisanz und philosophische Tiefe von Minority Report durch das überschaubare Setting und den vorhersehbaren Plot leider im Laufe des Verfahrens abhanden kommt. Wir plädieren daher auf befriedigend mit Bewährung.