Die Aufdietheaterbühnebringung von erfolgreichen Filmen gehört mittlerweile zum festen Bestandteil der Spielpläne deutscher Schauspielhäuser. Der Regisseur Hasko Weber wagt es nun, Andreij Tarkowskis Film Stalker (1979, recht frei nach einem Drehbuch der Gebrüder Strugatzki, das auf deren Picknick am Wegesrand beruht) am Stuttgarter Staatstheater zu inszenieren. Kann das funktionieren? Fehlen da nicht die hypnotischen Bilder, die meditativen, fast schon quälend langen Bildeinstellungen Tarkowskis? Verwandelt eine Dramatisierung den faszinierenden Stoff am Ende nur in ebenso hochphilosophisches wie anstrengendes Diskurstheater? Und wird diese Inszenierung Schule machen? Die Vorstellung, dass Filme wie Tage der Finsternis oder gar 2001 - Odyssee im Weltraum ihrer hypnotischen Bilder beraubt auf deutschen Bühnen landen, empfinde ich als äußerst gruselig.
Mitteilungen des interdisziplinären, transregionalen und extrauniversitären Seminars für Science Fiction Film und Anverwandtes mit Zweigstellen in Marburg, Heidelberg, Stuttgart, Darmstadt und ehemaligen Zweigstellen in Singapur und Korbach.
Montag, Februar 09, 2009
Zone 21 in Stuttgart?
Die Aufdietheaterbühnebringung von erfolgreichen Filmen gehört mittlerweile zum festen Bestandteil der Spielpläne deutscher Schauspielhäuser. Der Regisseur Hasko Weber wagt es nun, Andreij Tarkowskis Film Stalker (1979, recht frei nach einem Drehbuch der Gebrüder Strugatzki, das auf deren Picknick am Wegesrand beruht) am Stuttgarter Staatstheater zu inszenieren. Kann das funktionieren? Fehlen da nicht die hypnotischen Bilder, die meditativen, fast schon quälend langen Bildeinstellungen Tarkowskis? Verwandelt eine Dramatisierung den faszinierenden Stoff am Ende nur in ebenso hochphilosophisches wie anstrengendes Diskurstheater? Und wird diese Inszenierung Schule machen? Die Vorstellung, dass Filme wie Tage der Finsternis oder gar 2001 - Odyssee im Weltraum ihrer hypnotischen Bilder beraubt auf deutschen Bühnen landen, empfinde ich als äußerst gruselig.
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Mittwoch, Januar 28, 2009
"Extraterrestrisches Leben live erleben"
Die Außenstelle Korbach des SfSFF befindet sich in der dort ansässigen Jugendherberge. An diesem Ort wurden in den letzten drei Jahren viele Bekanntschaften geschlossen mit Menschen aus diversen Nationen, unterschiedlichen Kulturen und verschiedenen Religionen, ganz gemäß dem Motto - "Das Leben live erleben" - des Deutschen Jugendherbergswerks (DJH).
Das DJH feiert im Jahr 2009 sein 100-jähriges Jubiläum. Das SfSFF gratuliert dem DJH ganz herzlich zu dieser Leistung!
Bereits im Jahr 1933 wurde die "International Youth Hostel Federation" (IYHF) gegründet. Deshalb sind Jugendherbergen mittlerweile weltweit Stätten der Begegnung von Menschen aller Art geworden. Um diesen so erfolgreichen und schönen Gedanken auch in die Zukunft weiterzutragen, wurden in Zusammenarbeit zwischen dem DJH und dem SfSFF erste Ideen ausgetauscht, um günstige Übernachtungsmöglichkeiten und Begegnungen der dritten Art miteinander zu verbinden. Ziel ist die Gründung der "Galactic Youth Hostel Association" (GYHA).
Es sollten auch extraterrestrischen Wesen günstige Übernachtungsmöglichkeiten in herzlicher Atmosphäre auf unserem Planeten angeboten werden können; gemäß einem evtl. neuen Motto: "Extraterrestrisches Leben live erleben"
Die Jugendherberge in Korbach (Galaktischer Sektor ZZ9 Plural Z Alpha) hat dazu in 2008 erfolgreich ein Zertifizierungsverfahren durchlaufen und ist somit wahrscheinlich die erste "Alienfreundliche Jugendherberge" unseres Sonnensystems (zumindest der Erde). Das könnte doch ein echter Beginn sein für interplanetare und auch intergalaktische Gastfreundschaft.
Aber bis dahin erst einmal an das DJH:
"Herzlichen Glückwunsch zum 100. Geburtstag!"
Es ist leicht ein GORT zu sein
Die Neuverfilmung des Klassikers Der Tag an dem die Erde still stand hievt die Geschichte durchaus gelungen in das 21. Jahrhundert. Aus dem politischen Hintergrund des Kalten Krieges ist nun ein ökologischer geworden. Die Menschheit bedroht das Leben auf der Erde und soll daher den Platz räumen. Zu diesem drastischen Schritt sieht sich eine außerirdische Macht, deren Gesandter Klaatu ist, gezwungen, da belebte Planeten ein so rares Gut sind.Vielfach orientiert sich der Film von Scott Derrickson am Original vom Robert Wise. Doch bleibt gerade der Aspekt der Verhandlung zwischen Menschheit und Klaatu vage und unverbindlich. Angesichts der unnachgiebigen Verurteilung der Menschheit, wirkt die glückliche Wendung unverhältnismäßig: Klaatu wagt eine Intervention zugunsten der Menschen, weil er feststellt, dass nur ein Mensch sich "irgendwie doch zu ändern" vermag.
Sympathieträger sucht man in der Neuverfilmung vergeblich, abgesehen von Prof. Barnhardt (John Cleese). Keanu Reeves verzieht als Klaatu keine Miene und Jennifer Connelly entwickelt als Astrobiologin und allein erziehende Stiefmutter nur einen spröden Charme. Jaden Smith (der zehnjährige Sohn von Will Smith) gibt ein höchst renitentes Kind, der inmitten der postmodernen Familienverhältnisse in Klaatu keinen Ersatzvater mehr sieht.
Der überdimensionierte Roboter GORT (nun als "Genetisch Organisierte Roboter Technologie" zu lesen) spielt seine Rolle dagegen äußerst gelassen, weshalb man sich darüber wundert, dass er am Ende des Films in die Luft geht und sich in einen alles menschliche verschlingenden Heuschreckenschwarm auflöst. Hier zeigt sich einer der zahlreichen biblischen Bezüge: Die Raumschiffe der Fremden fungieren als Arche vor der großen Sintflut. Und Klaatu, der dem Planeten Heilung bringen will, kann wie der Messias über Wasser gehen. Amen.
Sympathieträger sucht man in der Neuverfilmung vergeblich, abgesehen von Prof. Barnhardt (John Cleese). Keanu Reeves verzieht als Klaatu keine Miene und Jennifer Connelly entwickelt als Astrobiologin und allein erziehende Stiefmutter nur einen spröden Charme. Jaden Smith (der zehnjährige Sohn von Will Smith) gibt ein höchst renitentes Kind, der inmitten der postmodernen Familienverhältnisse in Klaatu keinen Ersatzvater mehr sieht.
Der überdimensionierte Roboter GORT (nun als "Genetisch Organisierte Roboter Technologie" zu lesen) spielt seine Rolle dagegen äußerst gelassen, weshalb man sich darüber wundert, dass er am Ende des Films in die Luft geht und sich in einen alles menschliche verschlingenden Heuschreckenschwarm auflöst. Hier zeigt sich einer der zahlreichen biblischen Bezüge: Die Raumschiffe der Fremden fungieren als Arche vor der großen Sintflut. Und Klaatu, der dem Planeten Heilung bringen will, kann wie der Messias über Wasser gehen. Amen.
Mittwoch, Januar 14, 2009
"Kirk? You're still alive, my old friend? "
Das SfSFF trauert um den wohl charismatischsten Gegenspieler von Admiral James T. Kirk, Sektenführer Khan Noonien Singh, der am 14. Januar in Los Angeles gestorben ist. Ricardo Montalban, geboren 1920 in Mexico City, verkörperte diesen Schurken mit unerbittlicher Präsenz sowohl in der Original-Serie Raumschiff Enterprise als auch im Star Trek-Film Der Zorn des Kahn: "You are in a position to demand nothing. I, on the other hand, am in a position to grant nothing. "
Freitag, Januar 09, 2009
Gefahr im Anzug?
Das neue Jahr beginnt für das SfSFF mit einem hoch interessanten Sichttermin. Es gilt die Neuverfilmung von The Day the Earth Stood Still einer kritischen und vergleichenden Betrachtung zu unterziehen. Immerhin liegen 57 Jahre zwischen der Erst- und der Neuverfilmung. Der außerirdische Gesandte wird sich jedoch wieder als äußerst dezent und seriös gekleidet erweisen. Schleimig und schrecklich ist für Aliens anscheinend out, der gepflegte Business-Look soll vermutlich Vertrauen erzeugen. Das lässt weitere, modisch korrekte Science Fiction-Filme erwarten, wie z. B. Bügelfalten aus dem All, Star Wear, Spacemen Dont' Wear Plaid und 2010 - das Jahr, in dem wir uns schick machen...
Donnerstag, Dezember 18, 2008
One's never alone with a rubber duck!
Yes, one's never alone with a rubber duck, especially with this one that offers relaxing coloured light effects when in contact with water (or admittedly with a sweaty hand). This year's Hitchhiker's Night presented a fast-paced tour through the first six radio episodes of the The Hitchhiker's Guide to the Galaxy by Douglas Adams. The newly recorded vinyl version (never released on CD) omits some parts (like Lady Cynthia FitzMelton's speech), replaces the Haguennenon battleship with the Disaster Area stuntship and contains musical highlights like Disaster Area, Reg Nullify in Concert and a smashing rendition of Journey of the Sorcerer arranged by Tim Souster. Enjoy! And don't forget:Don't Panic!
Montag, Dezember 15, 2008
Auch Wall-E räumt die Erde auf...
...allerdings erst nach der großen Katastrophe. Er tut das so hingebungsvoll, detailverliebt und charmant, dass er seine Vorgänger No. 5 und R2D2 glatt in den Schatten stellt und sogar E.T. mächtig an die Wand spielt. Der letzte seiner Art, und nur in Gesellschaft seiner munteren Hauskakerlake, wird Wall-E nimmer müde, Schrott zu Würfeln zu pressen und zu türmen, wobei er wunderbare Schätze birgt und in seinem Wohncontainer sammelt. Es wird spannend - und gar nicht ungefährlich - für den kleinen Kerl, als ein Forschungsschiff die schicke Roboterin E.V.A. - warum nur merkt man sofort, dass sie weiblich ist? - auf der Erde absetzt, programmiert auf die Suche nach pflanzlichem Leben. Wall-E verliebt sich in das Ebenbild eines rasanten weißen Sportflitzers, folgt ihr in die Weiten des Weltalls, weckt ihre Gegenliebe und rettet, unterstützt von einer Bande liebenswerter, verrückter Roboter, ganz nebenbei die Menschheit, die daraufhin zum zerstörten Heimatplaneten zurückkehrt und mit der Aufbauarbeit beginnt.Belohnt wurden die Produzenten dieses Robotermärchens, Pixar Studios und Walt Disney, mit der Auszeichnung zum besten Film des Jahres. Durchaus berechtigt, denn dieser Film hat alles, was gute Unterhaltung braucht: eine entzückende Story, zwei sympatische Hauptdarsteller, viel Humor und eine immer aktuelle ökologische Botschaft. Allerdings ist der Film nichts für Liebhaber herberer cineastischer Kost: denn er ist so süß wie Marshmallows mit Himbeersoße...
Mittwoch, Dezember 03, 2008
Rennie räumt die Erde auf
Allzu oft wecken packende Trailer Erwartungen, die vom Film nicht so recht eingelöst werden. Das ist ganz sicherlich bei The Day the Earth Stood Still von Robert Wise der Fall. Während der Trailer mit nie gesehenen "thrills" protzt, wird die Geschichte des außerirdischen Gesandten Klaatu (Michael Rennie), abgesehen von der Sequenz, in dem sein Raumschiff landet, - zumindest aus heutiger Perspektive - geradezu kammerspielartig inszeniert (man vergleiche dazu Nicolas Roegs viele Jahre später in postmoderner Attitüde gedrehten Film The Man Who Fell To Earth.) Die großen Schauwerte, ohne welche die Neuverfilmung wohl nicht auskommen wird, fehlen im Original von 1951 fast völlig, der jedoch die Ikonografie des Science Fiction-Films nachhaltig geprägt hat. Tim Burton erweist dem Klassiker in seinem Film Mars Attacks mehr als einmal Reverenz. Die Botschaft von Klaatu ist unmissverständlich: "Wenn die Menschheit nicht zur Vernunft kommt, dann wird sie zerstört." Doch statt eines selbstverschuldeten Armageddons droht nun die Zerstörung der Welt durch außerirdische Mächte (mehr sei an dieser Stelle nicht verraten). Der Film von Robert Wise spiegelt offensichtlich die atomare Bedrohung des Kalten Kriegs wider. Man darf gespannt sein, ob das Remake von Regisseur Scott Derrickson der Geschichte einen neuen, interessanten Blickwinkel abgewinnen kann, oder ob die klassische Geschichte effekthascherisch zugrunde gerichtet wird.Michael Rennie was ill
The Day the Earth Stood Still,
but he told us where we stand...
(Science Fiction/Double Feature)
Dienstag, November 04, 2008
The Crichton Strain
Michael Crichton verstand es wohl wie kein Zweiter, wissenschaftliche Themen in erfolgreiche Romane und Drehbücher zu noch erfolgreicheren Blockbustern umzumünzen. Der studierte Mediziner lieferte bereits 1969, im Jahr seiner Promotion, mit The Andromeda Strain die Buchvorlage zum höchst eigenwilligen Science Fiction-Film gleichen Namens. Es folgten Westworld (1973), The Terminal Man (1974), Jurassic Parc (1993), Sphere (1998) und Timeline (2003). Eine Neuverfilmung von Westworld ist in Arbeit. Am 4. November 2008 erlag Crichton mit 66 Jahren in Los Angeles einem Krebsleiden (Nachrufe: Guardian, New York Times, Times, Kuau'i).
Donnerstag, Oktober 30, 2008
"We annihilated the world before your very ears"
Auf den Tag genau vor 70 Jahren versetzte das Mercury Theatre of the Air die amerikanische Öffentlichkeit mit einer genialen Radio-Adaption von H. G. Wells' War of the Worlds in Panik. Die Inszenierung, in der Regisseur Orson Welles und Skript-Autor Howard Koch die Möglichkeiten des Mediums Radio optimal ausschöpften, mischte die Geschichte der Marsianer-Invasion so geschickt mit den damals üblichen Elementen des kommerziellen Radios, dass die Grenze zwischen Fiktion und Realität fast verschwand.
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