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Sonntag, Januar 15, 2017

Roger, Roque, Rouge, Rogue One

Das Bedauerliche an Rogue One: A Star Wars Story ist, dass man keine weiteren Geschichten von Jyn Erso und ihren Mitrebellen sehen können wird. Abgesehen davon hat der Film von Gareth Edwards (Godzilla, Monsters) dem Star-Wars-Universum definitiv neue Perspektiven und Grautöne im strikten Weiß/Schwarz von Jedi-Tugenden und Dunkler Seite der Macht abgerungen. Statt wie Star Wars VII alte Geschichten nur Aufzuwärmen und sich in scheinbar Franchise-tauglicher, aber letztlich nur betulicher Nostalgie zu ergehen, verleiht ausgerechnet Rogue One als "Star Wars 3.5" der Rebellion gegen das Imperium wieder mehr Glaubwürdigkeit, abgesehen von den galaxiengroßen Logiklöchern (Aber genau das machte schon die klassischen drei Star-Wars-Filme so charmant märchenhaft). Doch die moralischen Zweifel der Rebellen, ob der Zweck wirklich alle Mittel heiligt, die trotz aller Rasanz erstaunlich überschaubar inszenierten Kampfsequenzen und - last but not least - die unverbrauchten Gesichter der eher unbekannten Schauspielerinnen und Schauspieler, machen Rogue One zu der Art von Film, die man sich bei Teil VII gewünscht hätte.

Montag, Juni 02, 2014

Gutzilla?



Dass Godzilla nach dem eher verunglückten Film von Roland Emmerich noch einmal eine Chance in Hollywood erhalten würde, das hat wohl niemand so recht erwartet. Ausgerechnet Gareth Edwards, der mit seinem erstaunlich ruhig inszenierten Film Monsters debütierte, wurde mit der Aufgabe betraut, den in die Jahre gekommenen Dinosaurier des Monsterkinos wiederzubeleben.

Godzilla ist seit 1954 enorm gewachsen und tritt im neuen Film gleich mehrfach ambivalent auf: Mit jedem Schritt zerstört er etwas, aber indem er das Liebesspiel der MUTOs (Massive Unidentified Terrestrial Organisms) mit seiner ihm ureigenen kraftvollen Rhetorik stört, wird er zur Macht, welche das Ungleichgewicht der Natur wieder ins Lot bringt. Die zweite Ambivalenz ist visuell: Zur Gänze computeranimiert erweckt der neue Godzilla erstaunlicherweise den Eindruck, es könnte sich doch um einen Menschen im Echsenkostüm handeln - eine bewußte Verneigung vor den wackeren Männern im Godzilla-Kostüm, allen voran Haruo Nakajima, die eine wahrhaft schweißtreibende Leistung vollbracht haben?

Aber für was steht diese ganze Monsterparade? Haben wir es hier mit einem Blockbuster-Diskurs zur Problematik der Endlagerung nuklearer Abfälle zu tun? Ist es gar eine Dreiecks-Geschichte im Monsterformat, quasi eine schauspielerisch überzeugendere Version von Pearl Harbor? Vermutlich nichts von alledem: Godzilla steht in diesem Film höchst überzeugend für sich selbst - etwas, dass er sich in seiner sechzig Jahre währenden Karriere verdient hat. Und: Mit der "Halo Jump"-Sequenz hat Gareth Edwards ein Moment von fast schon kubrickscher Intensität geschaffen.

Donnerstag, Dezember 09, 2010

Illegal Aliens

Monsters, der ersten Kinofilm von Gareth Edwards, wird allenthalben lobend erwähnt. Die mehr als preisgünstige Produktion (IMDB nennt ein Budget von rund 200000 $) scheint durchaus von District 9 inspiriert, der Science Fiction-Film-Überraschung des Jahres 2009. Und wie in Stalker geht es um eine rätselhafte Zone. Diesmal macht sich ein unfreiwillig zusammengekommenes Pärchen auf dem Weg durch extraterrestrisch besetztes (bewohntes?) Gebiet. Das SfSFF wird sich beim kommenden Sichttermin am 11.12. davpn überzeugen, welche Überraschungen dieser Weg bereit hält.

"Consideration for your fellow man
Would not hurt anybody, it sure fits in with my plan
Over the border, there lies the promised land
Where everything comes easy, you just hold out your hand"

(Genesis: Illegal Alien, 1983)