Mitteilungen des interdisziplinären, transregionalen und extrauniversitären Seminars für Science Fiction Film und Anverwandtes mit Zweigstellen in Marburg, Heidelberg, Stuttgart, Darmstadt und ehemaligen Zweigstellen in Singapur und Korbach.
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Sonntag, Oktober 13, 2024
Would you like to know more?
Paul Verhoevens feinsinnige Zukunftssatire Starship Troopers war im Heidelberger Karlstorkino zu sehen. Es war eine Freude, Verhoevens subtile Bildsprache und fein ziselierten Plot, der von herausragenden Jungdarsteller:innen getragen wurde, nach 27 Jahren endlich einmal auf der großen Leinwand zu sehen. Wollen Sie mehr wissen?
Samstag, Februar 22, 2014
Robocop NSA
Nach Total Recall erhält ein weiterer Science Fiction-Film von Paul Verhoeven ein Remake: Robocop. Die Neuverfilmung des brasilianischen Regisseurs José Padilha ist der unterhaltsame, aber nicht restlos überzeugende Versuch, die Geschichte des Cyborg-Polizisten mit einer Kritik an der NSA-Überwachung zu verkoppeln. Langweile kommt nicht auf und auch die satirischen Spitzen gegen Steve Jobs durch den brillant von Michael Keaton verkörperten Hightech-Tycoon Raymond Sellars amüsieren. Doch Robocop 2014 ist allzu sehr Hochglanzprodukt, dem es an der ätzenden Bösartigkeit von Verhoevens Original mangelt, die sich nicht zuletzt in den Nebenfiguren entfaltet: den rücksichtslos-karrieregeilen Yuppies, dem wahnsinnig-sadistischen Bösewicht Clarence J. Boddicker, aber auch den hartgesottenen Cops und Officer Anne Lewis (Nancy Allen), der starken Frau an Murphys Seite. Angesichts des heutigen Zustands von Detroit überzeugt das Zukunftsbild der Stadt im Jahr 2028, das sind nur noch 14 Jahre, überhaupt nicht. I won't buy that for a Dollar!
Dienstag, September 25, 2012
Total Decal
Ist es ein Remake, ist es ein Update oder ein hochpolierter Abklatsch? Die Neuauflage von Paul Verhoevens Verfilmung von Philip K Dicks Kurzgeschichte We Can Remember It For You Wholesale besticht mit Schauwerten, insbsondere dem zukünftigen London, die Themse-Metropole wirkt wie mit einer Blade Runner-Architektur überwuchert. Der Mars ist in Len Wisemans Neuauflage nur ein toter, unbewohnter Planet. Stattdessen saust ein riesiger Aufzug durch die Erde hindurch bis nach Australien, das wie Großbritannien den Dritten Weltkrieg überstanden hat. Doch die Schauwerte trösten nicht darüber hinweg, dass die Geschichte an Komplexität verloren hat. Die verwirrten Wirklichkeiten von Quaid/Hauser verkommen gänzlich geerdet zu einer Realitäts-Matrjoschka.
Ohne die Mars-Exotik ergeht sich die Geschichte allzu sehr in Balkon-Springereien, futuristischen, aber nicht minder banalen "Auto"-Verfolgunsgjagden und einem ausgedehnten Zickenkrieg, ausgelöst durch die wild um sich herumballernde Lori Quaid (Kate Beckinsale). Hier vermisst man die von Sharon Stone so sexy zur Schau gestellte Durchtriebenheit und die von Michael Ironside so überzeugend verkörperte rücksichtslose Bösartigkeit. Farrell macht seine Sache ganz ordentlich, spielt den Kontrast zwischen Quaid und Hauser aber nie so gut aus wie Arnold Schwarzenegger. Die neu konzipierte Cohaagen-Verschwörung bleibt lahm. Trotz diverser Geschmacklosigkeiten ziehe ich Verhoevens Verfilmung, die noch ohne jedwede Computeranimation auskommt, dem Remake vor.
Ohne die Mars-Exotik ergeht sich die Geschichte allzu sehr in Balkon-Springereien, futuristischen, aber nicht minder banalen "Auto"-Verfolgunsgjagden und einem ausgedehnten Zickenkrieg, ausgelöst durch die wild um sich herumballernde Lori Quaid (Kate Beckinsale). Hier vermisst man die von Sharon Stone so sexy zur Schau gestellte Durchtriebenheit und die von Michael Ironside so überzeugend verkörperte rücksichtslose Bösartigkeit. Farrell macht seine Sache ganz ordentlich, spielt den Kontrast zwischen Quaid und Hauser aber nie so gut aus wie Arnold Schwarzenegger. Die neu konzipierte Cohaagen-Verschwörung bleibt lahm. Trotz diverser Geschmacklosigkeiten ziehe ich Verhoevens Verfilmung, die noch ohne jedwede Computeranimation auskommt, dem Remake vor.
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