Samstag, Juli 17, 2021

Nachdem es so lange still war.


Nachdem es wegen corona-bedingten Schließungen in den Kinos so lange still war, haben einige davon nun endlich wieder geöffnet. Der erste gerade gezeigte Film unseres Genres trägt passenderweise den Titel „A Quiet Place 2“. Der Film hat etwas weniger subtil spannende Momente als der erste Teil, setzt die Geschichte aber nahtlos fort. Die bereits bekannten Charaktere spielen ihre Rollen konsequent weiter. Insbesondere Millicent Simmonds überzeugt dabei als die wagemutige Teenagerin Regan Abbott, die sich der Verantwortung ihres im ersten Teil dahingemetzelten Vaters bewusst ist. Und von der sich die Erwachsenen so einiges abgucken können. Dem Himmel sie dank; tun die das dann auch …

Alles in Allem eine durchaus gelungene Fortsetzung.

 

Samstag, Januar 02, 2021

... Jahr 2021 ... die überleben wollen

 
Das Jahr 2020 gerierte sich wie in einem schlechten Science-Fiction-Film, wobei eine Expedition des SfSFF bereits 2007 erleben konnte, wie Kino in Corona-Zeiten aussehen würde. Die Bilanz des Jahres sieht auf den ersten Blick erstaunlich üppig aus, allerdings ist zu bedenken, dass es sich bei den Sichtterminen oft genug um pandemiekonforme Einzel-Missionen handelte, weil ein Team-Einsatz zu riskant gewesen wäre.

Star Wars IX - The Rise of Skywalker+

 Tiempo después*

 Little Joe*

 I was a Robot / Der montierte Mensch (Ausstellungen)+

The Colour Out of Space*

TENET°

Zardoz (Irland/USA 1974)*

Stalker (UdSSR 1979)*

Brazil (Großbritannien 1985)*

Space Dogs (in Anwesenheit der Regie-Duos)*

Kin-Dza-Dza! (UdSSR 1986)*

The Endless (USA 2017)*

* Einzel-Mission  + Team-Einsatz  ° verteilte Mission

Donnerstag, Dezember 03, 2020

Möge die Macht mit ihm sein

 Der Darth-Vader-Darsteller David Prowse ist im Alter von 85 Jahren verstorben.

Es war vor allem seine mächtige Statur, die Prowse die Rolle des Darth Vader in der originalen „Star Wars“-Reihe verschaffte, deren erster Film „Krieg der Sterne“ 1977 erschien. Als rund zwei Meter großer Bodybilder war er damals Regisseur George Lucas aufgefallen, weshalb er ihn persönlich zu einem Casting einlud. Schon zuvor war es seine Erscheinung, die ihn für die Darstellung außergewöhnlicher Wesen prädestinierte. In „A ClockworkOrange“ von Stanley Kubrick spielte er einen breitschultrigen Bodyguard und später erschien er als Frankensteins Monster auf der Leinwand. Die Figur des Darth Vader war aber sicherlich seine berühmteste Rolle.

Sonntag, November 15, 2020

Gezeichnete Zeichen der Zeit

 

Diese Illustration von Walter Molino aus dem Jahr 1962 trägt den Titel "Leben im Jahr 2022". - Inspiration oder Prophezeiung?



Mittwoch, Juni 03, 2020

Die Farbpalette aus dem All


Do not ask me for my opinion. I do not know—that is all.
There was no one but Ammi to question;

for Arkham people will not talk about the strange days,
and all three professors who saw the aërolite and its coloured globule are dead.
H.P. LOVECRAFT, THE COLOUR OUT OF SPACE (1927) 

Der südafrikanische Richard Stanley taucht nach seinem Debakel mit The Island of Doctor Moreau mit einer ambitionierten Lovecraft-Verfilmung aus der Versenkung auf. The Colour Out of Space ist nicht nur eine der besten Geschichten des Einsiedlers von Providence, sondern markiert auch die Hinwendung zu seinem ganz eigenen „kosmischen Horror“.

Stanleys Verfilmung ist kompetent, verneigt sich vor den Genre-Göttern, speziell John Carpenter, muss aber den eher unvorteilhaften Vergleich mit Annihilation von Alex Garland aushalten, der das gleichnamige Buch von Jeff VanderMeer verfilmt hat, das der Lovecraftschen Ästhetik durchaus verpflichtet ist. Und die ist raunend, bestenfalls andeutend und trotz seiner ausschweifenden Art bemüht, das Grauen der Vorstellungskraft der Lesenden zu überlassen. Stanley muss dagegen visuell konkretisieren. Das gelingt ihm bei den atmosphärischen Anfangsbildern sehr gut, doch mit fortlaufender Geschichte entwickelt er keine eigene Ästhetik (so wie Alberto Breccia im Comic), sondern greift allzu oft auf Genre-Klischees zurück, wie Verschmelzungen von Körpern (The Thing), dem übersinnlich begabten Jungen (Shining) und der Familie als eigentlicher Verkörperung des Horrors (Hereditary). Der junge Hydrologe (der Berichterstatter in Lovecrafts Geschichte) bleibt (no pun intended) blaß, ebenso der neue Charakter des Hilfsarbeiters Ezra, der wie ein älterer Hippie à la Michael Caine in Children of Men wirkt, bei dem die eine oder andere Schraube weiter gelockert wurde.

Stanleys Versuch, Lovecraft auf die Leinwand zu bringen ist nichtsdestotrotz anerkennenswert. Vielleicht gelingt ihm mehr bei der angekündigten Verfilmung von The Dunwich Horror.

Donnerstag, März 26, 2020

Wie im Film?

Die Corona-Krise zeitigt schon den ersten Film, während die Realität auf die Katastrophe zusteuert, die am Anfang des Jahres noch undekbar schien. Solidarität wird überall gebraucht, auch im Bereich der nun bedrohten kommunalen Kinos, denen wir ein unersetzliches Programm verdanken. Die solidarische Video-on-Demand-Aktion von Grandfilm bietet hier die Möglichkeit, gute Filme zu sehen und damit die kommunalen Kinos zu unterstützen! Dazu möchte das SfSFF ausdrücklich aufrufen!

Sonntag, Februar 23, 2020

Sind wir die Roboter?

Das Team aus Captain Idüllüschön, Counselor Taramtam und Commander Lösel wagten eine Expedition in den Ruhr-Quadranten, um sich im Essener Museum Folkwang die beiden exzellenten Ausstellungen I was a Robot (mit Exponaten aus dem Maison d'Ailleurs) und Der montierte Mensch anzuschauen. Dort ließ sich nicht nur das sich wandelnde Bild des Roboters, der Androiden und Cyborgs in der Science-Fiction-Geschichte erkunden, sondern auch die Grenzen zwischen Mensch und Maschine ausloten: Was ist menschlich an der Maschine, was ist maschinenhaft am Menschen? Allen, die sich für diese tiefgreifenden Fragen interessieren, sei der Besuch der Ausstellungen, die noch bis 15. März zu sehen sind, sehr ans Herz gelegt.

Sonntag, Februar 02, 2020

Bemuttere mich!

Regisseurin Jessica Haussner ist mit Little Joe eine zeitgemäße Hybridisierung von Invasion of the Bodysnatchers und Little Shop of Horrors gelungen. Die unterkühlte, manchmal fast klinische Inszenierung erzeugt im Zusammenspiel mit der Klanggestaltung und dem Soundtrack mit Musik des den 1982 verstorbenen japanischen Komponisten Teiji Ito eine eher unterschwellige Spannung. Haussner seziert die heutige Sehnsucht nach Glück und Selbstentfremdung bei der Jagd danach. Das zieht sich wie ein im wahrsten Sinne des Wortes roter Faden durch den Film. Dabei erzeugt der Pollen von Little Joe vielleicht keinen Horror, aber einen verräterischen Heuschnupfen des Zeitgeistes.