Sonntag, März 25, 2018

Sonntag, März 11, 2018

Immer noch der ultimative Trip

2001 - A Space Odyssey ist auch nach 50 Jahren ein Film, der in der Fülle des Science-Fiction-Genres weit herausragt. Stanley Kubrick, Arthur C. Clarke und ihre vielen Mitstreiterinnen und Mitstreiter schufen ein filmisches Monument, das so schön und rätselhaft wie der außerirdische Monolith ist und das den unbedingten Willen zur realistischen Inszenierung mit dem Mut zur psychedelischen Transzendenz vereint. Das Deutsche Filmmuseum in Frankfurt widmet dem Film vom 21. März bis zum 23. September eine Sonderausstellung, die man wie die große Kubrick-Ausstellung, die seit 2004 durch die Welt tourt, sicher nicht verpassen sollte.

The Oscar from the Blue Lagoon

Das SfSFF gratuliert Guillermo del Toro zum Gewinn der Oscars für den besten Film und die beste Regie. Shape of Water ist sicherlich einer der eigenartigsten Filme, die zu Oscar-Ehren gekommen sind, gleichermaßen ein Fantasy-Filmmärchen mit Retro-Look in modernster Ausführung, eine Hommage an das klassische Kino mit gar nicht so gestrigen Untertönen, eine extravagante Ausstattungsorgie, eine unmögliche Romanze, deren Rührseligkeit den Kitsch streift, aber auch brutale Härten zulässt, und last but not least ein amerikanischer Film, den der mexikanische Regisseurs als seinen "ersten französischen Film" bezeichnet. Ähnlich wie Terry Gilliam ist Guillermo del Toro ein Regisseur, der polarisiert, aber unzweifelhaft ein Könner mit einer echten Leidenschaft fürs Kino.

Sonntag, Februar 11, 2018

Klein, aber

Downsizing formuliert eine Idee als zunächst ökologisch motivierte Absicht aus, die sonst nur aus Versehen geschieht: die Verkleinerung des Menschen. Paul Safranek (Matt Damon) unterzieht sich der dafür nötigen Prozedur, nur um festzustellen, dass seine Frau die Schrumpfung in letzter Sekunde scheut und in Normalgröße zurückbleibt - unüberwindliche Größenunterschiede als Trennungsgrund. Der Film von Alexander Payne, der als interessante Gesellschaftssatire beginnt, mäandert aber in seinen viel zu langen 135 Minuten zu unentschieden zwischen verhaltener Komödie, Kapitalismuskritik, Selbstfindungsgeschichte, Beziehungsdrama und norwegischer Prä-Apokalypse. Die Tricktechnik bietet witzige Schauwerte, Christoph Waltz bereichert mit seiner Präsenz das eigentlich hervorragende Ensemble und Udo Kier ist gänzlich unerwartet mit an Bord, dennoch ist Downsizing keine filmische Großtat, aber der beste Film, in dem Matt Damon, Christoph Waltz und Udo Kier jemals zusammen gespielt haben.

Samstag, Januar 20, 2018

Tja, das war dann Star Wars Acht


Tja, da war'ns dann acht. Manchmal kracht's, mal gab's Kampf, mal Krampf, mal war's rasant, mal lacht man, dann schafft Macht Drang nach Allmacht, was Schlacht gab. Dacht man nach, war's mnachmal banal, dann fast halbgar. Manch Star ward alt (Mark was back!). War'n halt Altstars. Was sagt man nach Abspann? War Spaß nach Maß, was man sah. Naja.

Sonntag, Dezember 31, 2017

Days of Futures Passed

2017, ein Jahr mit einem US-Präsidenten wie aus einem Science-Fiction-Film, hat sich für das SfSFF als erstaunlich retrospektiv herausgestellt: Sequels, Sequels zu Prequels, Jubiläums-Wiederaufführungen, museale Sichttermine, filmhistorische Ausstellungen, Klassiker des Genres in Konferenz und auf der Bühne. Halbgaren Novitäten (z.B. Life, Passengers) standen erfreuliche Wiederbegegungen mit unübertroffenen Meilensteinen (Terminator, Blade Runner) gegenüber. Ein ebenso erklärwütiges wie verzichtbares Sequel (Alien: Covenant) verblasste angesichts des affenstarken Finales einer Prequel-Trilogie (War of the Planet of the Apes), und Geostorm unterbot mit einer Lässigkeit das wahrhaft bodenlose Niveau von The Core, dass es einen helle Freude war.

Reset (FFF)
Blade Runner (1982)
Geostorm
1984 (Theater)
S.U.M. 1

Das SfSFF wünschten allen Freundinnen und Freunden sowie wohlgesonnenen außerirdischen Zivilisationen alles erdenklich Gute für das neue Erdenjahr!
Ihr müsst einen Whirlpool bauen!

Montag, Dezember 11, 2017

S.U.M.1 2 K.E.R.4

Ein Science-Fiction-Film aus deutschen Landen ist durchaus eine Seltenheit. Wenn er es dann tatsächlich noch in die Kinos schafft, erst recht. In den letzten Jahren gab es durchaus sehr respektable Beispiele dafür, z. B. Hell, Transfer oder Die Wand. Nun ist der Film S.U.M. 1 (lies: Someone) des Regisseurs Christian Pasquariello wie aus dem Nichts in (nicht einmal 30) Kinos gekommen, und wird vermutlich wieder im Nichts verschwinden.

Zu sehen bekommt der unverdrossene Kinobesucher ein Zukunfts-Kammerspiel im düsteren brandeburgischen Wald, das an Oblivion gemahnen würde, wäre die Idee für den Film nicht schon von 2009. Wenn man ein Interview mit Christian Pasquariello liest, versteht man, warum die Inszenierung so sparsam ausgefallen ist. Der aus Game of Thrones bekannte Schauspieler Iwan Rheon agiert wie ein Robinson der Zukunft, den die Isolation seines 100-tägigen Grenzschutzdienstes gegen die "Nonesuch", die außerirdischen Invasoren, zermürbt.

Pasquariellos Film ist ein mutiger, atmosphärisch stimmiger Genre-Film, der aufgrund der bescheidenen Umstände sein Potenzial nicht weiter entfalten durfte. Sein Protagonist S.U.M. 1 ist einer Verschwörung auf der Spur, die einen an Immanuel Goldsteins "The Theory and Practice of Oligarchical Collectivism" (speziell Kapitel III: "War is Peace") denken lässt. Aber wer weiß, ob auch zu recht?

Montag, Dezember 04, 2017

2017-33=?

Das SfSFF ist trotz seines Namens nicht auf die Leinwand beschränkt, sondern lenkt seine Augen auch immer wieder auf die Bretter, welche die Welt bedeuten. Einer Bühnen-Inszenierung von George Orwells 1984, das im Zuge der Diskussion um "Alternative Fakten" wieder zum Bestseller wurde, können wir uns natürlich nicht entziehen, zumal es bereits mehrere Verfilmungen (1954, 1984 und durchaus auch 1985) sowie bereits 1955 eine Radio-Parodie gab.

Dienstag, Oktober 31, 2017

Immer wieder Montag

What happened to Monday? ist ein dystopischer Actionfilm, der seiner Hauptdarstellerin Noomi Rapace viel Raum bietet, um in gleich sieben Rollen zu brillieren und ihre Wandlungsfähigkeit wie schmerzensreiche Leinwandpräsenz unter Beweis zu stellen. Regisseur Tommy Wirkola ist bislang nicht durch besonders tiefschürfende Filme aufgefallen und hat Freude an reichlich harter Gewalt, die er aber weder wie Quentin Tarantino ästhetisieren noch wie Paul Verhoeven mit ätzender Satire würzen kann. Spannend ist Wirkolas Film schon, aber der hochkonstruierte Filmplot und seine Hauptfigur verlaufen sich allzu oft in fragwürdige Gewaltausbrüche. Das ist schade, denn es wäre sicher möglich gewesen, weniger in Blut als in Tiefgang zu waten.

Windows of the Soul

Blade Runner 2049 ist das unerwartete Sequel zu Blade Runner, dem Kultfilm wider Erwarten. Denis Villeneuve ist eine Hommage mit zeitgemäßen Update gelungen, die man schon im Kino sehen muss, um all die visuellen Reize auskosten zu können. Die Geschichte hat nun nicht mehr viel mit Philip K. Dicks ursprünglichen Roman zu tun, die Grauzone zwischen Mensch und Android ist breiter, verwirrender und zudem digital geworden, die überlange Geschichte ist um einige Verwicklungen und Vertiefungen (oder Untiefen?) reicher und der trostlose neue Blade Runner ist nicht mehr so hard-boiled wie sein Vorgänger. Der Film ist da am schwächsten, wenn er wie ein Hollywood-Aufguss von Real Humans daher kommt und wenn der ominöse Niander Wallace als unheilschwanger raunender Industrie-Teiresias daherkommt. Ob man das Ergebnis als gelungenen überambitionierten Arthouse-Blockbuster oder verwirrendes Kultfilm-Remake ansehen möchte, liegt - wie die Menschlichkeit seiner Protagonisten - im Auge des Betrachters. Cheers!