Donnerstag, August 30, 2007

Dem Science Fiction-Film einen Spiegel vorhalten

Man sollte Waschzettel-Prosa von Verlagen niemals allzu ernst nehmen, doch angesichts dieser neugierig machenden Buchveröffentlichung Die Konstitution des Wunderbaren des Schweizer Filmwissenschaftlers Simon Spiegel möchte ich dennoch einen Vorabkommentar wagen.
So heißt es im Blurb des Schüren-Verlags: "Anhand eines Korpus von rund 300 Filmen wird ein theoretisches Gerüst entwickelt, das den SF-Film vor allem als filmische Erscheinung analysiert." Abgesehen davon, dass es spannend sein dürfte, welche Filme Bestandteil des besagten Korpus' sind, leuchtet es unmittelbar ein, den Film als filmische und nicht etwa als kulinarische Erscheinung zu analysieren.

Weiter heißt es: "Zu Beginn des zweiten Teils stehen bislang wenig beachtete fiktionstheoretische und narratologische Fragen im Vordergrund. Zentral ist hierbei vor allem die Erkenntnis, dass sich das Genre, in dem scheinbar alles möglich ist, in erzählerischer Hinsicht sehr konservativ gibt." Der erste Satz lässt Theoriehuberei befürchten, der zweite gilt noch viel mehr für das Fantasy-Genre.

Der Autor dieses Grundlagenwerkes zum Science Fiction-Film wurde im Jahr des ersten Star Wars-Film geboren, von dem kürzlich Herbert W. Franke in einem Interview treffend sagte: "Star Wars ist keine Sciencefiction (sic)". Sei dem wie es sei. Lassen wir uns von der Lektüre überraschen.

Kommentare:

simifilm hat gesagt…

Nachdem es ja schon eine ganze Weile draussen ist, wäre ein Kommentar, der tatsächlich auf der Lektüre des Buches beruht, ganz interessant.

meint der Autor

Edgar Loesel hat gesagt…

Das ist eine mehr als berechtigte Forderung! Als Entschuldigung für die unbotmäßige Verzögerung kann ich nur die Überlastung auf meinem beruflichen Schreibtisch anführen. Aber ich versuche das Versäumnis aufzuholen. Vielen Dank für den Hinweis!
Herzlichst
Ihr Edgar Lösel