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Donnerstag, Mai 19, 2011

Reach out for ... Metropolis

Dem aus Südtirol stammenden Musikproduzenten Giorgio Moroder, bekannt geworden als Filmkomponist, verdanken wir eine höchst ungewöhnliche Fassung von Fritz Langs Metropolis: stark gekürzt und eingefärbt, mit Synthesizerklängen und Popmusik als Soundtrack, mit Unter- statt Zwischentiteln und teilweise sogar mit ergänzten neuen Bildern (z. B. das Denkmal der Hel).
Das alles scheint es einfach zu machen, diese „verstümmelte Version“ von Metropolis als Trash-Verirrung der ästhetisch fehlgeleiteten Achtzigerjahre zu verschmähen. Doch wer dies tut, der verkennt, dass man bei Giorgio Moroders Metropolis-Rekonstruktion von „einer authentischen Fassung sprechen [kann], in der der Handlungsfaden des Originals erkennbar bleibt“ (Lexikon des Science Fiction-Films). Moroder trug dafür Filmmaterial aus den unterschiedlichsten Quellen zusammen und stellte 1984 anhand der Szenenbeschreibungen der Premierenpartitur der Filmmusik die bis dahin kompletteste Fassung seit der Uraufführung zusammen.
Am 15. Mai 2011 zeigte das Filmtheater der Murnau-Stiftung in Wiesbaden diese selten gezeigte Metropolis-Fassung anlässlich des Filmstarts der rekonstruierten Version.Die SfSFF-Mitarbeiter Idüllüschön und Lösel haben sich davon überzeugen können, dass Moroder eine wirklich kurzweilige und inhaltlich stimmige Version gelungen ist, die einen wichtigen Platz in der Rekonstruktions- wie Rezeptionsgeschichte von Metropolis verdient.

Mittwoch, Januar 25, 2017

Metropolis am Rhein

Fritz Langs Metropolis wurde am 10. Januar 1927 in Berlin uraufgeführt. Auch wenn er nicht der beste Film Film Fritz Langs sein mag, schon gar nicht sein erfolgreichster, genießt Metropolis einen legendären Ruf und ist wohl der bekannteste Film der Stummfilmzeit, der mit seiner Ästhetik und Tricktechnik eine bis heute andauernde Wirkung entfaltet. Die Universitätsbibliothek Köln nimmt den 90. Geburtstag von Metropolis zum Anlass, den Film mit einer umfangreichen Ausstellung und einem reichhaltigen Rahmenprogramm zu würdigen.

Freitag, Dezember 25, 2009

Metropolis Redux

Im Jahr 2010 erwartet die Science Fiction- und Stummfilm-Freunde eine "Welturaufführung" der besonderen Art: Die nahezu vollständig restaurierte Fassung von Metropolis wird am 12. Februar in der Alten Oper (Frankfurt am Main) und zeitgleich im Friedrichstadtpalast anlässlich der 60. Internationalen Filmfestspiele Berlin ihre Premiere feiern. Möglich wurde dies durch den sensationellen Fund einer Kopie der ungekürzten Urfassung in Buenos Aires. (Beispiele aus dem in Argentinien aufgefundene Filmmaterial findet sich z. B. hier.) Als vorbereitende Lektüre empfiehlt das SfSFF: Enno Patalas: Metropolis in/aus Trümmern

Donnerstag, Mai 22, 2008

Metropolis unter freiem Himmel

Weinheims Kultur im Sommer bietet am 20. August 2008 ein ganz besonders Schmankerl: Fritz Langs Science Fiction-Filmm-Klassiker Metropolis wird an diesem Mittwoch ab ca. 21:15 Uhr (Einlass: 19:30 Uhr) im Weinheimer Schlosshof unter freiem Himmel zu sehen sein.

P.S. (13.07.2008)
Mittlerweile wurden verloren geglaubte Teile des Films in Buenos Aires gefunden, wie z. B. die NZZ berichtet.

Montag, Mai 16, 2011

Neustart in Lang

84 Jahre nach der Uraufführung kommt Fritz Langs monumentaler Meilenstein der Filmgeschichte
und ist dort fast wieder in seiner ursprünglichen Länge zu bewundern.
P.S. Am 15.5. wird im Filmtheater der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung in Wiesbaden auch die Metropolis-Fassung von Giorgio Moroder zu sehn sein.

Donnerstag, Februar 04, 2010

Metropolis Reloaded

Die Welturaufführung der neu rekonstruierten Version von Fritz Langs Meisterwerk Metropolis am 12. Februar 2010 ist sicherlich ein Ereignis der Filmgeschichte. Neben den zeitgleichen Premieren in der Alten Oper in Frankfurt und bei der 60. Berlinale wird es ein "Public Viewing" am Brandenburger Tor geben. Besonders erfreulich: arte überträgt das Ereignis ab 20:15 Uhr und den Film ab 20:40 Uhr, gefolgt von einer Dokumentation. Ein Termin, den keine Filmfreundin und kein Filmfreund verpassen sollte!

Samstag, August 04, 2012

50/6/2001

Das British Film Institute hat kürzlich die Liste der nach Kritikermeinung 50 Greatest Films of All Times veröffentlicht. Man mag über Sinn und Unsinn solcher Listen streiten, aber für das SfSFF ist es natürlich von Interesse, welche Science Fiction-Filme sich in dieser Liste finden:

Platz 6: 2001: A Space Odyssey (Stanley Kubrick)

Platz 29: Stalker (Andrei Tarkovsky)

Platz 35: Metropolis (Fritz Lang)

In der Liste der Directors' Top Ten landet Kubricks 2001 übrigens auf Platz 2, gleichauf mit Citizen Kane von Orson Welles.

Stalker ist sicherlich kaum noch als Science Fiction-Film anzusehen, Metropolis hat vor allem die bombastische Ästhetik vieler moderner Science Fiction-Filme nachhaltig geprägt und 2001 dürfte sicherlich für lange, wenn vielleicht auch nicht für alle Zeiten, zu recht als der großartigste Science Fiction-Film gelten, nicht zuletzt dank HAL, der sich so auf eine Weise in den Dienst der Mission gestellt hat, die sicherlich auch Kubricks fanatischer Hingabe für das Filmdrehen entsprach: I am putting myself to the fullest possible use, which is all I think that any conscious entity can ever hope to do.

Montag, März 25, 2019

Große Augen machen

Alita: Battle Angel kommt daher wie eine Mischung aus Ready Player One und Ghost in the Shell, ein aufwändiges Spektakel mit vielen Versatzstücken von Metropolis bis Rollerball, die aber mit Bedacht in einem keinesfalls seelenlosen Film verbaut sind. Das Ganze krankt nur ein wenig daran, dass die Handlung mit zu vielen Showdowns aufwartet und viels wegen des unweigerlich zu erwartenden Sequel unaufgelöst bleibt.

In Unkenntnis des zugrundeliegenden Mangas ergibt so manches im Film keinen rechten Sinn. Die Geschichte der Zukunftswelt, in der Dr. Dyson Ido die Überreste von Alita findet, bleibt in vieler Hinsicht rätselhaft. Was passierte beim "Fall"? Wer lebt in der schwebenden Stadt? In welcher Beziehung stehen die Bewohner der Unter- zu denen der Oberstadt? Wieso kämpfte Alita auf dem Mond? Und warum muss ein Kampfandroide ein feingliedriges Mädchen mit übergroßen Augen sein?

Das alles wird sich vermutlich erst im Sequel (oder den Sequels?) zeigen, dem (oder denen) man eine Chance geben sollte. Alita ist schon eine starke Figur (ähnlich etwa Leeloo in The Fifth Element), und Christoph Waltz weiß in seiner Rolle, wo der Hammer hängt. Oder ist Dr. Ido am Ende Walter Keane?

Dienstag, Januar 04, 2011

Blick zurück nach vorn

Das Filmjahr 2011 hat begonnen (davon soll im nächsten Post die Rede sein), eine gute Gelegenheit, um eine Bilanz für 2010 zu ziehen. Das machen wir wie für das Jahr 2009 mit einer Amazon-Liste, welche alle Sichttermine, die durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des SfSFF wahrgenommen worden sind, wiederspiegelt, mit all ihren Höhen (z. B.Metropolis, Moon) und Tiefen (z. B. Predators, Die kommenden Tage).

Sonntag, Oktober 13, 2024

If I had a T Square...

Es gibt Filme, die sind nicht am Reißbrett, sondern am Verreißbrett entstanden. Dazu gehört sicher Megalopolis von Francis Ford Coppola, dessen letzten großen Erfolge wohl so lange zurückliegen, wie er an die Realisierung seines aktuellen und vermutlich letzten Spielfilms dachte. Hat sich das Ringen und Warten gelohnt? Eher sollte man fragen: Wer oder was hat für dieses Wahnsinnsunterfangen Pate gestanden?

Klar ist: Coppola verkaufte einige seiner Weingüter und machte sich ein Angebot, dass er vielleicht besser hätte ablehnen sollen. Da er aber nicht nein sagen konnte, kollidierten Tomorrowland, Metropolis, die römische Republik sowie Allmachts- und Allmännerfantasien zum Megalon ... ähem, pardon Megalon, aus dem vermutlich die Reißschiene geschmiedet wurde, die Adam Driver auf dem Filmplakat wie bei einer Freimaurer-Zeremonie in die Höhe hält.

Ergebnis ist ein Amalgam, das keiner stimmigen Dramaturgie oder kohärenten Bildsprache folgt, aber dafür erstaunlich kurzweilig ist. Wem der Film gefallen hat, dem empfehle ich Taxandria. Ansonsten lässt sich weitestgehend dem Urteil von Lt. Skiwskibowski folgen: "Das war einfach nur doof."

Sonntag, Januar 26, 2014

200

Die Entdeckung einer fast vollständigen Fassung von Fritz Langs legendärem Film Metropolis im Jahr 2008 in Buenos Aires war eine Sensation, die schließlich zu einer Rekonstruktion des originalen Film führte. SfSFF-Mitglied Edgar Lösel hat einen Aufenthalt in Buenos Aires dazu genutzt, an den Ort dieses Fundes zu pilgern. In der Straße José Aaron Salmún Feijóo 555 im Stadtteil Barracas lagerten damals die Filmbestände des Museo del Cine Pablo Ducrós Hicken, in dessen ständiger Ausstellung eine der Filmdosen zu bewundern ist. Mit Fotos dieser filmhistorischen Exkursion auf der Südhalbkugel feiert das SfSFF seinen 200. Blog-Post.

Sonntag, Dezember 31, 2017

Days of Futures Passed

2017, ein Jahr mit einem US-Präsidenten wie aus einem Science-Fiction-Film, hat sich für das SfSFF als erstaunlich retrospektiv herausgestellt: Sequels, Sequels zu Prequels, Jubiläums-Wiederaufführungen, museale Sichttermine, filmhistorische Ausstellungen, Klassiker des Genres in Konferenz und auf der Bühne. Halbgaren Novitäten (z.B. Life, Passengers) standen erfreuliche Wiederbegegungen mit unübertroffenen Meilensteinen (Terminator, Blade Runner) gegenüber. Ein ebenso erklärwütiges wie verzichtbares Sequel (Alien: Covenant) verblasste angesichts des affenstarken Finales einer Prequel-Trilogie (War of the Planet of the Apes), und Geostorm unterbot mit einer Lässigkeit das wahrhaft bodenlose Niveau von The Core, dass es einen helle Freude war.

Reset (FFF)
Blade Runner (1982)
Geostorm
1984 (Theater)
S.U.M. 1

Das SfSFF wünschten allen Freundinnen und Freunden sowie wohlgesonnenen außerirdischen Zivilisationen alles erdenklich Gute für das neue Erdenjahr!
Ihr müsst einen Whirlpool bauen!

Sonntag, Februar 14, 2010

Metropolis 27/10

Dieses Foto ist ein Beleg dafür, dass SfSFF-Mitarbeiter Edgar Lösel trotz Erkältung die Mühe auf sich genommen hat, an der Weltpremiere der rekonstruierten Premierenfassung von Fritz Langs Metropolis in der Alten Oper Frankfurt teilzunehmen. Bei der zeitgleich im Berliner Friedrichstadtspalast Premierenveranstaltung betonte Bernd Neumann, Bundesstaatsminister für Kultur und Medien, die Parallelen zu modernen Werken des Science Fiction-Films bis hin zu Avatar. Hoffen wir, dass Fritz Langs ebenso umstrittener wie stilprägender Film im Herbst 2010 auch in deutschen Kinos zu sehen sein wird, wie es auf der Webseite der Murnau-Stiftung in Aussicht gestellt wird.

Mittwoch, August 13, 2008

Metropolumpur

Wenn in Südostasien eine gewisse Ähnlichkeit zur wegweisenden Filmarchitekturen anklingt, dann dürfte es wohl eher die von Metropolis als die von Blade Runner sein, oder?